„OG Tiergenetische Ressourcen“ fördert im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) erstmalig Mastleistungsgeprüfte Weißkopflammböcke auf der Auktion in Husum am 26. August 2016

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Pressevertreter sind herzlich eingeladen sich vorher am 19.07.2016 in der Zeit von 13.30-15.30 Uhr ein Bild von dem innovativen Weidemastversuch zu machen. Auf dem Betrieb von Thies Hagge-Kern, Gohweg 16, 25774 Hemme steht die Körkommision sowie Vertreter der OG „Tiergenetische Ressourcen“ für Fragen zur Verfügung. Seit Juli 2015 beschäftigt sich die operationelle Gruppe mit dem Thema „Tiergenetische Ressourcen“ und wird vom Tierpark Arche Warder als Lead-Partner geführt sowie vom Institut für Tierzucht und Tierhaltung der Christian-Albrechts Universität Kiel wissenschaftlich betreut.

In diesem Projekt wird an dem Erhalt seltener schleswig-holsteinischer Haustierrassen bei Pferden, Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen gearbeitet. Im Rahmen des Projektes entstand für das Deutsche Weißköpfige Fleischschaf die Idee für einen Weidemastversuch. Da alle Tiere unter gleichen Bedingungen aufwachsen, kann der Einfluss der verschiedenen Haltungsformen auf den Zuchtbetrieben stark eingeschränkt werden. Durch den Einsatz der im Versuch erfolgreichen Böcke soll ein besserer Zuchtfortschritt erreicht werden.

Erstmalig bei einer Aktion

Es werden erstmalig am Freitag, den 26.August 2016 weidemastgeprüfte Böcke auf der Auktion in Husum aufgetrieben werden. Da die Zahl der geborenen Weißkopflammböcke im Jahr 2016 nicht anders ist, als in den vorangegangenen Jahren und nicht alle Tiere als Lammböcke von den Züchtern zur Auktion gestellt werden, steht ein gleich bleibendes zahlenmäßiges Angebot für die Auktion zu erwarten.

Das Deutsche Weißköpfige Fleischschaf ist seit Jahrzehnten eine typische Rasse für den Norden und gilt als besonders widerstandsfähiges, großrahmiges und gut-bemuskeltes Fleischschaf mit Frohwüchsigkeit und guten Muttereigenschaften. 

Weidemast-Prüfung

Anfang April 2016 sind 47, im Januar 2016 geborene Böcke, aus 10 Zuchtbetrieben mit Anfangsgewichten zwischen ca. 25 und ca. 45 Kilogramm gemeinsam auf einen Betrieb an der Westküste in den Versuch eingestellt worden. Damit haben nahezu alle Züchter des Deutschen Weißköpfigen Fleischschafes aus dem schleswig-holsteinischen Zuchtgebiet ihre Böcke aus diesem Geburtszeitraum in den Versuch gegeben. Neben der Eingangswiegung ist eine Ultraschalluntersuchung der Rückenmuskeldicke erfolgt und eine Fleischigkeitsnote von einer Körkommission des Landesverbandes vergeben worden. Die Böcke weiden seitdem in 2 Gruppen und werden regelmäßig gewogen, um tägliche Zunahmen in engen Prüfabschnitten festzustellen. Die Tiere verbleiben in diesem Weidemastversuch bis zum Auktionstag in ihren Prüfgruppen und werden nicht mit Kraftfutter zugefüttert. Trotz der frühen Abnahme der Lammböcke von den Muttertieren und trotz des hygienisch herausfordernden Umstandes, dass die Lämmer aus 10 Weißkopfzuchten gemeinsam gehalten werden, entwickeln sich die Tiere derzeit sehr gut.

Einige Böcke konnten eine tägliche Zunahme von 500 g/Tag in der Zeit zwischen Mitte Mai und Anfang Juni bei reiner Weidehaltung erreichen. Anfang Juni haben die ersten Tiere aus dem Versuch ein Gewicht von 60 Kilogramm erreicht, so dass bei den schwereren Tieren Auktionsgewichte von Mitte achtzig Kilo zu erwarten sind. Da die Tiere allerdings bis zur Auktion kein Kraftfutter erhalten, sind im Durchschnitt geringere Endgewichte als in den vergangenen Jahren möglich. Dies kann an der reinen Weidehaltung der Tiere liegen. Am 19. Juli werden die Tiere von einer Körkommission des Landesverbandes gekört und die Entwicklung der Rückenmuskeldicke wird erneut per Ultraschall ermittelt. Außerdem wird ihre relative Leistungsfähigkeit in ihrer Gruppe ermittelt. Alle Ergebnisse der Körung und der Zuchtwertschätzung sowie der relative Erfolg der Tiere in ihrer Prüfgruppe werden im Auktionskatalog des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter dokumentiert.

Kataloge

Die Kataloge können ab sofort beim Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf-und Ziegenzüchter unter der Telefonnummer 0431/332608 oder der E-mail-Adresse info@schafzucht-kiel.de bestellt werden. Verschickt werden die Kataloge Mitte August.

 

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