Zukunftswerkstatt Biodiversität: Fachleute aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft tagen in der Arche Warder

Vom 7. bis 8. September 2026 wird das Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität eine Zukunftswerkstatt in der Arche Warder durchführen und dabei über einen partizipativen und kreativen Weg konkrete Maßnahmen für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein entwickeln.

Rund 35 Teilnehmende werden nach der Robert Jungk entwickelte Methode der Zukunftswerkstatt durch eine Kritik-, eine Phantasie- und eine Realisierungsphase gehen. Der Prozess hilft dabei, bislang übersehenes Wissen zu erschließen, etablierte Denkmuster zu hinterfragen und Eigenverantwortung für umsetzbare Lösungen zu fördern.

Die Veranstaltung in Schleswig-Holstein ist Teil einer Reihe von drei Zukunftswerkstätten im Jahr 2026: Den Auftakt machte eine interdisziplinäre Zukunftswerkstatt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die Anfang Juni 2026 in Potsdam stattfand. Ihre Ergebnisse bilden die methodische Grundlage für die beiden praxisorientierten Werkstätten: Nach dem Treffen in Warder folgt Ende des Jahres eine dritte Zukunftswerkstatt in Brandenburg. Auf diese Weise werden wissenschaftliche Erkenntnisse und Praxiserfahrung systematisch miteinander verbunden.

Als Veranstaltungsort ist die Arche Warder bewusst gewählt: Das Gelände ist weltweit die größte Einrichtung für seltene und bedrohte alte Haustierrassen und steht symbolisch für das, worum es bei der Biodiversitätskrise geht. Die Biodiversität wird in der Arche Warder auf zwei Wegen gefördert (dichotomer Ansatz): Erstens durch den Schutz der Agro-Biodiversität, in dem im Rahmen einer professionellen Zucht- und Managementstrategie 90 größtenteils vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen in Erhaltungszuchtprogramme einbezogen werden. Die Vielfalt an gehaltenen Nutztierrassen und die damit einhergehende Sicherung wichtiger tiergenetischer Ressourcen sind ein Alleinstellungsmerkmal der Arche Warder. Zweitens wird auf den extensiv genutzten Flächen der Arche Warder auch die natürliche Biodiversität durch vielfältige Maßnahmen der Biotopverbesserung gefördert (Schaffung von Naturräumen). Diese Maßnahmen betreffen nicht nur die Flächen der Arche Warder, sondern auch die rund 150 ha Außenflächen (Satellitenstationen der Arche Warder).

Über das Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität

Das Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität bündelt und vernetzt die Kompetenzen von 19 deutschen Forschungsinstituten der Leibniz-Gemeinschaft aus den Umwelt-, Lebens-, Raum-, Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beteiligten Einrichtungen erfassen und erkunden die biologische Vielfalt des Lebens und entwickeln durch interdisziplinäre Forschung gesellschaftlich relevante Lösungen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität. Leibniz Biodiversität wird zentral am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) koordiniert und ist weltweit vernetzt.

Über Arche Warder – Zentrum für alte Haus- und Nutztierrassen e.V.

Der Tierpark Arche Warder ist weltweit das größte Zentrum für seltene und vom Aussterben bedrohte Haus- und Nutztierrassen. Über 90 verschiedenen Rassen vermitteln einen umfassenden Eindruck von der einstigen Agrobiodiversität. Der ästhetisch angelegte Landschaftstierpark sowie das Besucherzentrum „Domesticaneum“ bilden die Grundlage für eine intensive, hautnahe Tier-Mensch-Begegnung, Umweltbildung, Naturerfahrung sowie die Vermittlung der kulturellen Bedeutung der Haustiere für die Entwicklungsgeschichte des Menschen.

 Kontaktaufnahme

Interessierte Medienvertreterinnen und Medienvertreter können sich für weitere Informationen zur Zukunftswerkstatt per Mail an eva.rahner@pik-potsdam.de wenden, um für Freitag (2. September) oder Sonntag (4. September) ein Telefonat zu vereinbaren.

Bild “Zukunftswerkstatt Biodiversität” Copyright: Leibniz Biodiversität