Einzigartiges Habitat auf dem Trockenrasen des „Esellands” bildet Grundlage für gezielte Ansiedlung
Die Arche Warder setzt sich gemeinsam mit zahlreichen Partnern aktiv für den Schutz einer stark bedrohten Reptilienart ein: der Zauneidechse.
Die Zauneidechse gilt in Schleswig-Holstein als „stark gefährdet”. Die Art, die vor wenigen Jahrzehnten noch weit verbreitet war, existiert heute, in einigen Teilen Schleswig-Holsteins, nur noch in kleinen, zunehmend isolierten Populationen. Die Bestände auf der Geest und an der Westküste sind stark verinselt und sollen durch Nachzuchten gestützt werden sollen. Auch die Arche Warder ist Teil eines Ansiedlungsprojekt auf dem einzigartigen Trockenrasen-Gelände.
Warum gerade hier?
Der durch Poitou-Esel optimal beweidete Trockenrasen bietet ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ansiedlung von Zauneidechsen. Die Fläche ist durch den früheren Kiesabbau besonders geeignet, da die offenen, sandig-kiesigen und nährstoffarmen Böden sich schnell erwärmen und wenig Aufwuchs haben. „Die lichten Graslandschaften ermöglichen einen optimalen Beuteerwerb, während offene Sandflächen für Eiablage und Überwinterung unverzichtbar sind”, erläutert Prof. Dr. Dr. Kai Frölich, Direktor der Arche Warder. Zusätzlich sorgen Sonnenplätze und reliefreiche Versteckmöglichkeiten für ein artgerechtes Habitat. Poitou-Esel sind hervorragend an diesen Standort angepasst und tragen aktiv zum Erhalt des besonderen Lebensraums bei.
Drei Phasen bis zur Selbstständigkeit
Das mehrstufige Projekt ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Arche Warder e. V., der Untere Naturschutzbehörde, dem Landesamt für Umwelt, der Gemeinde Warder, der Lokalen Aktion Naturpark Westensee/Obere Eider und der Glindemann Gruppe.
Phase 1 – Habitatvorbereitung: Aufwendige Erd-, Holz- und Stein-Hügel wurden bereits angelegt. Diese Strukturen schaffen wichtige Lebensräume mit ausreichenden Versteck- und Sonnenplätzen für die wechselwarmen Zauneidechsen.
Phase 2 – Zuchtstation:In einer Aufzuchtstation außerhalb der Arche Warder wird eine Zuchtgruppe aufgebaut. Diese wird aus vier Männchen und acht Weibchen bestehen. Ziel ist die Produktion von Jungtieren unter kontrollierten Bedingungen.
Phase 3 – Auswilderung: Ab 2027 sollen die aufgezogenen Jungtiere schrittweise auf den vorbereiteten Flächen ausgewildert werden. Die selbstständige Reproduktion der neu angesiedelten Gruppe wird voraussichtlich ab 2029/2030 beginnen.
Bedeutung über lokale Grenzen hinaus
Neben dem Zauneidechse profitieren auch weitere Tier- und Pflanzenarten von dem Projekt. Die Naturschutzbeweidung durch die Poitou-Esel trägt zum Erhalt des gesamten Trockenrasen-Habitat bei. Solche Areale gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas und beherbergen eine Vielzahl spezialisierter Pflanzen- und Tierarten. Der Einsatz der Poitou-Esel stellt dabei eine innovative Methode dar, um den Sukzessionsprozess zu verlangsamen und offene Strukturen langfristig zu erhalten.
Kontaktaufnahme
Interessierte Medienvertreterinnen und Medienvertreter sowie öffentlichkeitswirksame Partner können sich für weitere Informationen, Hintergrundgespräche oder Besichtigungen gerne an das Presseteam der Arche Warder wenden.
